Sonntag, 10. April 2016

Vorbereitung, Visa

Es war mir von vornherein klar, dass der nervigste Teil dieser Tour das Besorgen der Visa sein würde und wie sich jetzt zeigt, ist es sogar schwieriger als befürchtet.

Im voraus zu besorgende Visa werden verlangt für China, Russland, Kasachstan, Tajikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Iran, wobei die Visa für Turkmenistan und Iran von TdA als Gruppenvisum organisiert werden.
Für die Mongolei, Kirgistan und die Türkei brauchen Deutsche zurzeit kein Visum bzw.erhalten es bei der Einreise.

Um zu erfahren, ab wann ich das Visum beantragen kann bzw. ob ich das Visum bis zur Abreise erhalten kann (bei der im Internet teilweise auffindbaren Info "Gültigkeit" ist unklar, ob der Zeitraum von der Ausstellung bis zur Einreise oder die maximale Aufenthaltsdauer im Land gemeint ist), habe ich bei einigen Botschaften telefonisch versucht, eine Auskunft zu erhalten, was in einigen Fällen aber daran gescheitert ist, dass dort niemand den Hörer abnahm oder nur russisch sprach.

Das Visum für China ist mit Tricks beantragt.  Da China ein Rückreiseticket und eine Hotelübernachtung verlangt, wurde auf Anraten von TdA nichts von der Fahrradtour erwähnt, sondern unter Mithilfe meines Reisebüros ein stornierbares Rückreiseticket und stornierbare Hotelübernachtungen gebucht, ausgedruckt, storniert und dem Visumantrag beigefügt.

Für die Beantragung des Visums für Russland war ein Letter of Invitation notwendig, welcher von TdA organisiert wurde.

Mit dem Visum für Kasachstan gibt es Probleme. Die kasachische Botschaft in Berlin verlangt für jeden Tag eine bestätigte Hotelbuchung, was aber nicht möglich ist, da  wir überwiegend campen und die wenigen Hotelübernachtungen von TdA und nicht von den Radlern gebucht werden. Mal sehen, ob ein Letter of Support von TdA da weiterhilft. Beim Letter of Support habe ich gerade noch bemerkt, dass er auf meinen Zweitpass ausgestellt war, der aber nur noch Platz hat für die Visa von China und Russland hat. Also von TdA um den Letter of Support mit der richtigen Passnummer gebeten. Die Antwort dann ungeprüft an das Reisebüro weitergeleitet. Als ich 2 Tage später im Reisebüro vorbeischaue werde ich gefragt, wann der korrigierte Letter denn eintreffen wird. Ich bin total verwirrt, schaue in die zweite Mail und stelle fest, dass mir TdA nochmal den Letter mit der falschen Passnummer zugemailt hat. Wieder eine Mail nach Kanada, doch TdA hat aber dann umgehend einen Letter mit der Nummer des Passes ausgestellt, welcher gerade in der kasachischen Botschaft liegt. Diesen an das Reisebüro weitergeleitet und jetzt: Warten und hoffen.
Falls die Kasachen sich aber total stur stellen, so bleibt mir als Ausweg, statt der 17 Tage in Kasachstan nur 15 Tage dort zu sein, d. h. einen Tag später ein- und einen Tag früher auszureisen. 15 Tage sind visumfrei möglich. Sehr umständlich, aber so könnte ich die Tour trotz fehlendem Visum mitmachen.



es blüht trotz Nachtfrost

Hof

Park am Theresienstein

ärztlich verordnete Nierenspülflüssigkeit (mehr trinken!)


Soeben kriege ich eine Mail mit der Nachricht, dass mir die kasachische Botschaft  das Visum ausgestellt hat, mir fällt ein Stein vom Herzen.
Das Visum für Tadschikistan soll auch schon ausgestellt sein, ebenfalls das für China.
Damit fehlt nur noch Russland und Usbekistan.


Donnerstag, 31. März 2016

Seidenstraße






Datei:Silkroutes.jpg
Seidenstraßen, aus Wikipedia



Die Seidenstraße ist ein Synonym für Handelswege, auf denen die in China seit etwa 2700 v. Chr. produzierte Seide nach Europa transportiert wurde. Anfänglich erfolgte der Transport von China vor allem über Indien und Ägypten nach Italien auf dem Seeweg, ab etwa 100 v. Chr. auf dem Landweg auf einem Netz von Karawanenwegen. Diese Handelsroute war deutlich komplexer und der genaue Weg verschob sich entsprechend den jeweiligen politischen Verhältnissen. Typische Umschlagsplätze der Seide waren Herat (heutiges Afghanistan), Samarkand (heutiges Usbekistan) und Isfahan (heutiger Iran).
 Der Begriff Seidenstraße verzerrt die Wirklichkeit des Handels, denn es wurden natürlich viele andere Waren über diese Handelsstraßen ausgetauscht. Karawanen in Richtung China transportierten unter anderem Gold, Edelsteine und vor allem Glas, weshalb Forscher darauf hingewiesen haben, aus östlicher Perspektive könne man die „Seidenstraße“ ebenso gut als „Glasstraße“ bezeichnen. In die andere Richtung wurden – außer Seide – vor allem Pelze, Keramik, Porzellan, Jade, Bronze, Lacke und Eisen getragen. 
Transportmittel war das Kamel, aber nicht das Dromedar, sondern das an die unwirtlichen Landschaften (Wüsten, Hochgebirge) besser angepasste Trampeltier (Kamel mit 2 Höckern).
Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien im 16. Jh. verlagerte sich der Handel zwischen Asien und Europa wieder auf das Meer und viele berühmte Städte der Seidenstraße verfielen und wurden für Jahrhunderte vergessen.

Bei der von TdA organisierten Radltour werden wir in Beijing (Peking) starten, eine nördliche Variante der Seidenstraße abstrampeln und in Istanbul beenden.